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Warnemünde

Wenn es einen Ort gibt, an dem ich sofort runterkomme, dann ist es Warnemünde an der Ostsee. Ich fahre zu Hause los und komme zu Hause an. Der Blick über die Dünen auf den Strand mit seinen gestreiften Strandkörben und den im Wind flatternden Drachen. Das Meer, das jedes Mal anders aussieht. Die großen und kleinen Pötte, die auf der Horizontlinie entlangtuckern – und natürlich der „Alte Strom“, der bis 1903 einzigen Zufahrt zum Rostocker Hafen, an dessen Ufer Warnemündes Flaniermeile liegt. Ja, oft überlaufen, aber wenn man nach der maritimen Ruhe etwas Trubel möchte, ist man dort genau richtig. Gemächlich lässt es sich dort bummeln, vorbei an den schmucken kleinen Kapitänshäuschen mit ihren Geschäften, Lokalen und Stockrosen im Vorgarten, vorbei an den schaukelnden Fischkuttern auf dem Wasser – vielleicht mit einem Eis oder Fischbrötchen auf der Hand. 

Für Camper gibt es in Warnemünde zwar keinen zentralen Campingplatz, dafür aber einen offiziellen Wohnmobilstellplatz an der Mole und kostenpflichtige Parkplätze, auf denen das Übernachten erlaubt ist. Unser zweites zu Hause liegt an diesem langen Wochenende Anfang Juni also auf einem Parkplatz, direkt hinter den Dünen am Ortsausgang – der Duft von geräuchertem Fisch ist hier inklusive. Wir wachen morgens auf zu Möwengeschrei. Ich grabe nach meinen Badesachen im Camper – der erste Weg morgens geht traditionell ans Meer. Immer mit einer gewissen Aufregung, wie es heute wohl aussieht. Türkis, klar und ruhig? Eher grau und aufgewühlt? An diesem Tag liegt es tatsächlich weit, blau und glasklar vor mir. Ostsee oder Karibik? Der Unterschied scheint nur in der Wassertemperatur zu liegen. Rein da – wenn auch etwas zähneklappernd. Danach: Strandspaziergang zur Mole mit ihren beiden Leuchttürmen. Hier treffen Alter und Neuer Strom auf die Ostsee, hier starten die Fischkutter zu ihren Fangtouren, werden im Sommer fast täglich große Kreuzfahrtschiffe verabschiedet und von Lotsen aufs offene Meer begleitet, hier bläst einem der Wind ins Gesicht, schlagen die Wellen gegen die nassen, schwarzen Steine. Von hier kann man die lange Küstenlinie entlangblicken, die sich irgendwann hinter der Strand-Promenade in einen Küstenwald mit Steilküste wandelt – das Naturschutzgebiet Stoltera. Ein Wanderweg führt durch den Wald – immer wieder geben die Bäume den Blick frei auf blaustes Wasser und weiße Segelschiffe. Kitschig, aber wahr. Dort, zwischen Wald und Meer liegt Wilhelmshöhe. Ein Hotel und klassisches Ausflugslokal und Muss bei jedem Warnemünde-Besuch. Der Biergarten thront hoch über dem Meer. Stundenlang lässt es sich hier sitzen und aufs Wasser gucken. Der Strand unter uns ist steiniger geworden – und leerer. Große Brocken liegen im Wasser. Meer, Wellen und Wind haben ihre Spuren in der Steilküste hinterlassen. Für die Tage in Warnemünde nehme ich mir oft einiges vor – Ausflüge nach Heiligendamm oder in die Rostocker Altstadt. Am Ende verbringe ich aber dann doch die meiste Zeit damit, einfach auf das Meer zu schauen, die Weite zu genießen – und nichts zu tun. Das kann ich nur hier. 

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